Datum: 7. Mai 2026

Der Muttertag gehört zu den wichtigsten Verkaufstagen im Blumenfachhandel. Doch die Branche steht unter Druck. Nicola Fink, Sprecherin des Fachverbandes Deutscher Floristen Bundesverband (FDF), und Andrea Kirchhoff, Geschäftsführerin im Verband des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels (BGI), haben sich genau damit befasst: Wie läuft das Geschäft? Was wollen Kunden? Und wie bleibt der Fachhandel relevant?

Die Lage ist angespannt

Die Kosten steigen, die Kauflaune sinkt. Floristen spüren das täglich:

  • Energie-, Lohn- und Logistikkosten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen.
  • Globale Lieferketten sind weiterhin gestört.
  • Verbraucher kaufen zurückhaltender, auch bei Blumen.
  • Fachkräfte fehlen.

Die Ausgaben für Schnittblumen waren 2025 in allen Verkaufskanälen rückläufig. Der Fachhandel ist besonders betroffen.

Was Kunden zum Muttertag wollen

Trotzdem: Wer zum Muttertag schenkt, schenkt bewusst. Nicola Fink beobachtet, dass der Rückgang bei floristischen Sträußen deutlich geringer ausfällt als beim Kauf für den Eigenbedarf. Das Geschenk soll etwas bedeuten, und genau das leistet der Fachhandel.

Besonders gefragt sind aktuell:

  • Frühlingssträuße und Pfingstrosen
  • Erste Sommerschnittblumen in bunten, üppigen Arrangements
  • Blühende Pflanzen mit ansprechender Dekoration

Dazu wächst das Bewusstsein für Herkunft und Nachhaltigkeit. Kunden fragen nach, woher ihre Blumen kommen. Wer das beantworten kann, schafft Vertrauen.

Der klare Vorteil des Fachhandels

Was kein Supermarkt und kein Onlineshop bieten kann: ein handgebundenes Unikat, echtes Sortimentswissen und eine Beratung, die auf den Menschen eingeht. Fink formuliert es so: Kunden im Blumengeschäft suchen keinen Standardstrauß. Sie suchen einen Ausdruck für ihre Gefühle. Das ist der Kern des Auftrags, den Floristen jeden Tag erfüllen.

Mehr als nur Muttertag

Der Muttertag ist ein starker Anlass, aber das Potenzial des Fachhandels reicht weit darüber hinaus. Zwei Ansätze helfen, Kunden auch an gewöhnlichen Tagen zu überzeugen:

  • Mehrwert benennen: Pflanzen verbessern nachweislich Konzentration und Wohlbefinden. Das ist ein konkretes Argument, gerade wenn das Budget knapp ist.
  • Persönlichkeit zeigen: Wer einmal erlebt hat, was echte Fachberatung bedeutet, kommt wieder.

Fazit

Die wirtschaftliche Lage bleibt schwierig. Aber der Blumenfachhandel hat etwas, das sich nicht kopieren lässt: handwerkliches Können, persönliche Nähe und die Fähigkeit, Gefühle in ein Produkt zu verwandeln. Das ist ein Vorteil, der sich lohnt, ihn aktiv zu zeigen.

(Quelle: Fachverband Deutscher Floristen e. V. – Bundesverband (FDF)/hv/ks; Bild: AdobeStock_83090326)